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»Kennst du deinen Nachbarn?«von Katy & Bojan Godina

Grundsätzlich trifft es zu, dass man keinem Menschen auf den ersten Blick ansieht ob er sich für den Glauben interessiert oder nicht. Niemand trägt ein Plakat auf dem Rücken auf dem steht „Ich suche Gott!“. Es gibt sicherlich verschiedene verborgene Signale, die Menschen uns senden und die man wahrnehmen kann, wenn man sich darin etwas übt. Da jedoch die wenigsten Menschen auf uns zu kommen werden, werden wir meistens den ersten Schritt tun dürfen. Die Frage ist allerdings: wo fängt man an? Ist es wirklich sinnvoll und biblisch, sich auf die wildfremden Menschen an wildfremden Haustüren zu konzentrieren?

In der Bibel gibt es zwei grundlegenden Zielgruppen der Verkündigung: 1. die „Seinen“ 2. die ganze Welt. Jesus hatte öfters bekehrte oder geheilte Menschen aufgefordert zunächst ihren eigenen Bekannten zu berichten. Inhalt ihres Zeugnisses sollte ihre eigene Erfahrung sein. Den blinden Mann aus Betsaida schickte er zurück in sein Haus und verbot ihm ausdrücklich in das Dorf hinein zu gehen (Mk. 8:26). In den Evangelien wird uns berichtet das Andreas nachdem er den Messias gefunden hatte, zunächst seinen eigenen Bruder einlud (Joh. 1:40.41). Philippus informierte zuerst Nathanael der wahrscheinlich zu seinem engsten Freundeskreis gehörte (Joh. 1:44; 21:2). Jesus fordert den geheilten Gerasener auf, in seinem Haus zu verkündigen (Mk. 5:19). Offensichtlich war mit dem Begriff „Haus“ nicht nur die Familie (Eltern und Kinder) im heutigen Sinne der Kleinfamilie gemeint, sonder genauso die Knechte und Mägde (Luk.7:10), also die Mitbewohner und vorübergehenden Bewohner (2Mo. 20:10). Vor allem bei reichen und großen Häusern waren es nicht wenige Menschen die so zusammen lebten und sich gut kannten. Im Dorf oder der Stadt war dann die Ebene erreicht, auf der Kontakte bestehen konnten oder auch nicht. Je nach Größe des Ortes, des Geschlechtes und des eigenen Einflusses, war man mehr oder weniger bekannt. Die Bibel berichtet von einer Samariterin die vielen in ihrer Stadt bekannt war (Joh. 4:39-42). ...